Empty

I leave the chair on the balcony, facing mine, empty
for you to join me there in conversation on some early mornings.

Then, like today, I have my first coffee with you,
speaking to you in my head,
eagerly awaiting your replies.

I can feel your presence.

And if someone were to watch me
I would seem to them lost in thought,
staring into the blank space in front of me,
when in fact
my gaze is locked firmly into yours.

Fragen

  • Wie viele Blogs darf eine Einzelperson mittleren Alters eigentlich ihr Eigen nennen, bevor es merkwürdig wird?
  • Wo hört der harmlose Zeitvertreib auf und fängt die verdächtige Aktivität an?
  • Gibt es eine (Mindest-/Höchst-)Anzahl jährlicher Blogposts, ab welcher man damit rechnen sollte, in den Fokus des Verfassungsschutzes zu geraten?

No pasarán

Zwei Elstern aus dem Hinterhof
erwarten Nachwuchs und
tun Selbiges gern kund.

Die werdenden Eltern zetern und zanken
mit Vorliebe morgens um vier.
Als wollten sie sagen: „Wir sind jetzt hier.“

Als wollten sie uns aus der Wohnung vertreiben
beschnäbeln sie nächtens die Fensterscheiben
und gleichzeitig uns’re Gedanken.

Sie liegt in der Luft, ich rieche sie schon,
die Rabenvogelrevolution.

Zwei Elstern aus dem Hinterhof,
wir haben ihnen nichts getan,
schreien laut: „No pasarán!“

Das Tomatendebakel (Traum)

In diesem Frühjahr bin ich unter die Gemüsezüchter gegangen. Will heißen, ich ziehe seit einigen Wochen diverse Gemüsesamen zu stattlichen Pflanzen heran, um sie demnächst auf unserem Balkon auszuwildern, wo sie uns im Sommer hoffentlich eine reiche Ernte bescheren werden. Diese Ernte wird, wenn alles läuft wie geplant, unseren Gemüsekauf im Supermarkt in den kommenden Jahren obsolet machen, weil wir unseren Vitamin- und Ballaststoffbedarf vollständig aus selbst Eingewecktem zu decken in der Lage sein werden.

So also der Plan. Seit mehreren Wochen halte ich meine Familie und meinen Freundeskreis über den Wachstumsfortschritt meiner Pflanzen auf dem Laufenden. Ich versende täglich Fotos über WhatsApp: Die Tomaten und ich, die erste männliche Blüte der Zucchini, die sich langsam entwickelnde Paprika, die flaumigen Blätter der Aubergine, die Gurkenpflanzen im Abendlicht…

Weil ich in meiner gärtnerischen Begeisterung deutlich mehr Pflanzen gezogen habe, als jemals auf unserem Balkon Platz finden könnten, habe ich einige bereits verschenkt, andere sind Freunden versprochen.

Und jetzt zum Punkt: Letzte Nacht hatte ich einen Albtraum. Ich nenne ihn den Traum vom Tomatendebakel. Der ging so: Ich stelle zu meinem Entsetzen fest, dass mein Vater all meine Tomatenpflanzen — mit einer Ausnahme von drei mickrigen Grünlingen — an Personen verschenkt hat, die ich nicht kenne. Das macht mich so wütend, dass ich fast heule. Denn nun kann ich den Menschen, denen ich doch eigentlich eine Pflanze versprochen hatte, keine Pflanze schenken. Und ich habe auch viel zu wenige Tomaten, um meinen Selbstversorgungsplan für die nächsten Jahre in die Tat umzusetzen. Katastrophe.

(Ich will gar nicht wissen, welche tiefenpsychologischen Abgründe sich in diesem Traum offenbaren. Drop it, Freud!)

Remarks on Bookmarks

I have been secretly plotting to launch a new blog for quite some time now. I even had a title („Remarks on Bookmarks“) and a self-designed header image ready. And unlike my alienaid blog, the second one even has a concept:

My bookmark toolbar is a bloody mess. Sounds familiar? Well, in the spirit of Marie Kondo I finally decided to tidy it up. How? By writing blogposts that loosely relate to the topic of one or more bookmarks, and then deleting the latter. Spark joy!

If you’d like to pay it a visit, go ahead: https://remarksonbookmarks.wordpress.com/