No pasarán

Zwei Elstern aus dem Hinterhof
erwarten Nachwuchs und
tun Selbiges gern kund.

Die werdenden Eltern zetern und zanken
mit Vorliebe morgens um vier.
Als wollten sie sagen: „Wir sind jetzt hier.“

Als wollten sie uns aus der Wohnung vertreiben
beschnäbeln sie nächtens die Fensterscheiben
und gleichzeitig uns’re Gedanken.

Sie liegt in der Luft, ich rieche sie schon,
die Rabenvogelrevolution.

Zwei Elstern aus dem Hinterhof,
wir haben ihnen nichts getan,
schreien laut: „No pasarán!“

Das Tomatendebakel (Traum)

In diesem Frühjahr bin ich unter die Gemüsezüchter gegangen. Will heißen, ich ziehe seit einigen Wochen diverse Gemüsesamen zu stattlichen Pflanzen heran, um sie demnächst auf unserem Balkon auszuwildern, wo sie uns im Sommer hoffentlich eine reiche Ernte bescheren werden. Diese Ernte wird, wenn alles läuft wie geplant, unseren Gemüsekauf im Supermarkt in den kommenden Jahren obsolet machen, weil wir unseren Vitamin- und Ballaststoffbedarf vollständig aus selbst Eingewecktem zu decken in der Lage sein werden.

So also der Plan. Seit mehreren Wochen halte ich meine Familie und meinen Freundeskreis über den Wachstumsfortschritt meiner Pflanzen auf dem Laufenden. Ich versende täglich Fotos über WhatsApp: Die Tomaten und ich, die erste männliche Blüte der Zucchini, die sich langsam entwickelnde Paprika, die flaumigen Blätter der Aubergine, die Gurkenpflanzen im Abendlicht…

Weil ich in meiner gärtnerischen Begeisterung deutlich mehr Pflanzen gezogen habe, als jemals auf unserem Balkon Platz finden könnten, habe ich einige bereits verschenkt, andere sind Freunden versprochen.

Und jetzt zum Punkt: Letzte Nacht hatte ich einen Albtraum. Ich nenne ihn den Traum vom Tomatendebakel. Der ging so: Ich stelle zu meinem Entsetzen fest, dass mein Vater all meine Tomatenpflanzen — mit einer Ausnahme von drei mickrigen Grünlingen — an Personen verschenkt hat, die ich nicht kenne. Das macht mich so wütend, dass ich fast heule. Denn nun kann ich den Menschen, denen ich doch eigentlich eine Pflanze versprochen hatte, keine Pflanze schenken. Und ich habe auch viel zu wenige Tomaten, um meinen Selbstversorgungsplan für die nächsten Jahre in die Tat umzusetzen. Katastrophe.

(Ich will gar nicht wissen, welche tiefenpsychologischen Abgründe sich in diesem Traum offenbaren. Drop it, Freud!)

Remarks on Bookmarks

I have been secretly plotting to launch a new blog for quite some time now. I even had a title („Remarks on Bookmarks“) and a self-designed header image ready. And unlike my alienaid blog, the second one even has a concept:

My bookmark toolbar is a bloody mess. Sounds familiar? Well, in the spirit of Marie Kondo I finally decided to tidy it up. How? By writing blogposts that loosely relate to the topic of one or more bookmarks, and then deleting the latter. Spark joy!

If you’d like to pay it a visit, go ahead: https://remarksonbookmarks.wordpress.com/

 

On being a first-generation student

Crosspost.

Handling Ideas

First off: the following is not to be taken as a tale of woe. I am grateful for whatever life has had on offer for me so far, and I am indebted to my teachers – from primary school to university and beyond – in many ways. But I felt that, given that Martin invited me to do so, I should probably provide some context to my comment on his recent post on meritocracy, in which I claimed that my being a first-generation student has had a “profound influence on how I conceive of academia”. So here goes.

I am a first-generation student from a lower-middle-class family. My grandparents on the maternal side owned and operated a small farm, my grandfather on the paternal side worked in a foundry, and his wife – my father’s mother – did off-the-books work as a cleaning woman in order to make ends meet.

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