Rat. Schläge.

Du fragst: „Was ist der Sinn des Lebens—
und was zur Hölle soll ich tun?“
Freu dich, du fragst mich nicht vergebens,
denn ich werde nicht eher ruh’n,
bis ich deine schwere Frage
zur äußersten Zufriedenheit
und ohne jede Eitelkeit
beantwortet, erledigt habe.

Und während du noch fragend schaust,
dich nicht einmal zu blinzeln traust,
da sind meine Beraterpferde
schon lange mit mir durchgegangen,
da habe ich dein weit’res Leben,
dein Lieben, Wollen, und dein Streben,
schon minutiös durchgeplant.
Mit analytischer Machete der Lebenslogik Weg gebahnt.

Zunächst machst du den Bachelor,
danach ein Auslandsjahr,
und zwischendurch lernst du Chinesisch,
am besten vor dem MBA.
Und kauf‘ dir ein Paar guter Schuhe,
das ist eine Investition,
die sich in allen Lebenslagen
bewährt und deshalb immer lohnt.

Mit Haargel machst du nichts verkehrt,
sei schlank, doch wirke wohlgenährt,
und ein Benimmkurs kann nicht schaden,
am Anfang jedenfalls,
denn irgendwann führst du den Laden.

Sinn und Lebensqualität
sind überkommene Konzepte,
fernab jeder Realität.

Kernfusion

Lena war—mein Lebensmensch. Meine Seelenverwandte. Diese Topf-Deckel-Geschichte fanden wir albern, ich hab sie immer meine Funktion genannt, sie mich ihr Argument. Da sieht man mal, was die Wissenschaft aus uns gemacht hat… Jedenfalls war sie meine erste und einzige Liebe.

Read on, yeah!

Taktgeber

Irgendwann, ich muss wohl ungefähr 13 Jahre alt gewesen sein, geriet mein Herz aus dem Takt. Zwischen zwei Schulstunden wechselten wir den Klassenraum, ich ging eine oder mehrere Treppen hoch, und hatte mich gerade auf dem Boden des Flurs vor dem—noch verschlossenen—Raum niedergelassen, in dem die nächste Unterrichtsstunde stattfinden sollte, als mein Herz zu stolpern begann. Ich spürte drei, vier wuchtige Schläge, Arrhythmie, dann war es vorbei. Mein Herz tat wieder Dienst nach Vorschrift, als sei nichts gewesen.

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