Alienaids Wort zum Montag

Nur zur Info: Das hier ist kein Wettbewerb in Kaltschnäuzigkeit.

Die Menge an still ertragenem Leid wird nach dem Tod nicht in Gold aufgewogen.

Man landet nicht auf dem Siegertreppchen, weil man nie eine Miene verzogen hat; es klopft dir kein Mann mit Rauschebart auf die Schulter, weil du stets dein Happy Face aufgesetzt hast.

Das wiederholte Herunterschlucken von Ärger und Enttäuschung bringt dir keine postum verliehene Plakette mit der Aufschrift „Top-Lebenskünstler“ ein.

Wir sind nicht auf dieser Welt, um uns gegenseitig an Unerschütterlichkeit zu übertreffen.

best-life-ever

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Enttäuschung

Enttäuschung. Ent-Täuschung. Sollte man nicht eigentlich dankbar sein für jede Enttäuschung, weil man, ent-täuscht, klarer sieht als vorher?

Seltsam, dass das Wort (ausschließlich) für etwas Negatives, für ein schmerzliches Gefühl steht.

„Ich bin enttäuscht von dir“, das heißt doch: „Ich habe mich in dir getäuscht, ich bin einer Täuschung aufgesessen; jetzt erkenne ich, dass du ganz anders bist, als ich dachte, nämlich irgendwie schlechter, und das verletzt mich.“

Ist jede Enttäuschung schmerzlich? Muss das so sein?