Denn sie wissen nicht, was sie tun

Wissen wir denn, was wir tun? Wissen wir das jemals? Ist es nicht vielmehr so: Wir sind irgendwie, wir handeln, wir färben uns die Haare und hängen mit Freunden rum und brechen die Schule ab, gehen zum Arzt, fangen an zu Rauchen, hören wieder auf, gehen ins Kino. Vielleicht heiraten wir. Von manchen unserer Handlungen, unserer Daseinsphasen künden Zeugnisse: Wir schreiben etwas nieder oder malen oder werden fotografiert. Und Jahre später betrachten wir unsere literarischen und sonstigen Ergüsse, die Beweise unserer mehrjährigen Existenz, wie jene eines Fremden, wir erkennen uns nicht wieder. Manchmal beeindruckt uns das, was uns da entgegentritt, manchmal—öfter—ist es schlicht peinlich. Aber das Rätsel ist doch: Wie können wir uns selbst so schnell so fremd werden?

 

Dilettantisch dissertieren

Damit kenne ich mich aus. Ich schreibe nun schon fast so lange an meiner Dissertation, wie ich für mein Bachelor- und Masterstudium zusammengenommen gebraucht habe. Mein letzter Studienabschluss wird Anfang September genau sechs Jahre zurückliegen und deshalb muss, nein, pardon, will ich noch in diesem Monat fertig werden mit dem Ungetüm. Drei von höchstwahrscheinlich fünf Kapiteln–so genau kann ich leider immer noch nicht sagen, was am Ende rauskommen wird–sind jetzt überarbeitet und bereit, von mir endgültig und ein für allemal beendet zu werden.

Ich weiß gar nicht so recht, warum das alles nun schon so lange dauern muss. Wahrscheinlich, weil ich große Zeitabschnitte in so einer Art Paralyse verbracht und phasenweise alles je zu meinem Promotionsthema–dem, und jetzt bitte nicht lachen, Haufenparadox–von mir Gelesene, Geschriebene und Gedachte vergessen habe. Vor lauter Panik befand ich mich oft und lange in diversen Zuständen der Totalverwirrung, habe denselben Gedanken zum wahrscheinlich tausendsten Mal gedacht, nur um mich anschließend zu erinnern, dass der ja bereits für bescheuert befunden wurde–von mir.

Ob ich irgendwann einmal denken werde, dass sich die sechs Jahre gelohnt haben, kann ich auch noch nicht mit Sicherheit sagen. „Es ist eine Erfahrung.“ Und wer weiß schon, womit ich die vergangenen sechs Jahre sonst verbracht hätte? Vielleicht wäre ich als Daytraderin reich geworden und würde jetzt, meine finanzielle Unabhängigkeit genießend, an den Wochenenden in meinem Privatheli meine diversen Ländereien abklappern, vielleicht aber auch nicht. Wahrscheinlich eher nicht.

Die Dissertation war für mich auch immer ein bisschen die Hoffnung, das Unvermeidliche noch eine Zeitlang vermeiden zu können, dem Ernst des Lebens noch eine etwas längere Gnadenfrist abtrotzen zu können. Mal sehen, was danach kommt.

Stolz bin ich jedenfalls auf den Titel meines letzten Kapitels, der nicht nur zum Ausdruck bringt, was ich für die Lösung des Paradoxons halte, sondern auch die Antwort auf die gesammelten Erfahrungen der letzten Jahre bereithält: „Unconditional Acceptance“.

 

 

Quak

Selbstgemachter Bananenquark ist eine gesunde, eiweißreiche und weniger süße Alternative zu Schokolade und Speiseeis.

Bananenquark1
Der erste Löffel schmeckt hervorragend…
Bananenquark2
Nach einer Weile wird es anstrengend.

Im Süden nichts Neues* (*außer einer Rudermaschine)

Ein Tag im Juli. Im Hintergrund läuft „Self Esteem“ und auf dem Herd steht eine Auflaufform aus Glas, gefüllt mit Erd-Stachel-Brombeercrumble. Vielleicht später noch ein Ausflug zum Eismann. „Eismufmuf“ wurde der heimische Eissalon früher von meiner Familie genannt (und „mufmuf“ ist, wenn man mal so drüber nachdenkt, gar nicht so weit vom „nomnom“ des Internetzeitalters entfernt).

Nom. De Plume. Das ist der Pflaumenname, oder?

Mein letzter Post unter meinem Pflaumennamen (zum Welttag der Pösié) ist schon so lange her… Irgendwie gab es hier nicht viel Neues, nicht mal was Gelesenes, und es war auch nicht so als hätte sich ein Gedicht aufgedrängt. Alles ist zum Erliegen gekommen in der allgemeinen Sommermattigkeit. Alles bis auf: die Rudermaschine. Unsere Rudermaschine, die wir an einem frischen Junimorgen im weltumspannenden Netz erworben haben und die uns seither die Abende mit schweißtreibendem Training versüßt. Die Rudermaschine ist nämlich das ultimative Sportgerät, weil man zum Rudern 230% seiner Muskeln benötigt oder so ähnlich. Rumpf, Beine, Arme, Schultern, einfach alles macht die Rudermaschine total und komplett und vollständig fertig. Wir ziehen uns schon gar keine Klamotten mehr an, weil wir ohnehin ständig schweißnass vom Rudern durch die Wohnung streifen. So ist das hier bei uns. Im Juli.

 

Stromlinienförmig

Ich habe mir Inlineskates gekauft. Oder besser: Ich habe Inlineskates im Online-Versandhandel bestellt und freue mich jetzt auf die Lieferung derselben.

Bei Gelegenheit schreibe ich demnächst ein passendes Gedicht. Vermutlich wird es die Wörter „in line“ und „decline“ enthalten. (Notiz an mich selbst: „Our current world is in decline, but I don’t care, I drive in line.“)