Cardiff, ich komme!

Ich habe gerade erfahren, dass ich Ende Juni zu einer Konferenz nach Cardiff fliege. Das ist super, weil in der Stadt nämlich ein Raumzeitriss verläuft, so dass häufiger mal Aliens vorbeischauen. Deshalb haben Torchwood in Cardiff ihr Hauptquartier eine Abteilung. Vielleicht werde ich ja rekrutiert?

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Grüner Daumen

Im Fröstelmonat Januar
liegt Fensterbank im Winterlicht.
„Schon Zeit zu blühen?“ „Eher nicht.“
Sagt Fuchsie zu Gerbera.

Das bringt die crazy Orchidee
auf eine köstliche Idee:
Wer rastet, der rostet —
es sei denn, er knospet.

Im Winterlicht der Fensterbank
seit ein paar Tagen Blütenrank.

Search Term Surprise

Ich habe mir gerade einmal angeschaut, welche Suchbegriffe Menschen auf meine Seite locken. Mein Favorit bisher: „Berufe mit Aliens“.

Wer kennt das nicht? Da hast du das Abi (so gut wie) in der Tasche, der Besuch der Berufsberatung war enttäuschend, die Jobmesse in ihrer Vielfalt total overwhelming… Dabei willst du doch einfach nur irgendwas mit Aliens machen. Mal googeln.

Musikalisches Erweckungserlebnis

Eine Schulfreundin von mir hatte (nach eigener Aussage) ihr musikalisches Erweckungserlebnis, als sie im Alter von etwa dreizehn Jahren zum ersten Mal das Lied „Territorial Pissings“ von Nirvana in nahezu ohrenbetäubender Lautstärke aus dem Zimmer ihrer wenige Jahre älteren Schwester dröhnen hörte.

Mein musikalisches Erweckungserlebnis fand im Jahr 1994 oder 1995 statt. Ich hatte, gemeinsam mit meinen beiden Cousins, bei meinen Großeltern übernachtet, in deren Haushalt für Kinder jeden Alters keinerlei TV-Restriktionen galten. Wir durften von morgens bis abends fernsehen — wenn wir das wollten. Damals gab es (ich glaube) MTV Europe, das auf dem Fernsehgerät meiner Großeltern aber verschlüsselt und daher nur ohne Bild zu empfangen war. Und irgendwann saßen meine Cousins und ich im Wohnzimmer rum und spielten mit irgendwas oder vielleicht lasen wir auch die Mickymaus oder ein lustiges Taschenbuch. Egal. Jedenfalls lief im Hintergrund MTV. Oder vielleicht war es auch ein anderer Musiksender. Egal. Wichtig ist eigentlich nur, dass das einzig Sichtbare ein graues Rauschen war.

Und dann passierte es.

Das Lied kam.

Ein Lied, das mich damals einfach nur komplett geflasht hat. Anders kann man das nicht nennen. Und, nebenbei erwähnt, nicht nur mich, sondern auch meine Cousins. Wir sind komplett durchgedreht. Meine Oma wusste nicht, wie ihr geschah, glaube ich heute.

Ich war elf Jahre alt und hatte immer schon gerne Musik gehört. So Achtziger- und Neunziger-Jahre-Pop, was halt so lief im Radio und auf der Anlage meiner Eltern. Das war nicht schlecht, aber kein Vergleich zu dem, was meine Ohren nun zu hören bekamen. Danach war alles anders. Insbesondere unser Besuch bei den Großeltern. Denn wir saßen fortan wie die Geier vor der Fernsehkiste, geifernd, mit jeder Faser unseres Daseins auf eine Wiederholung des Lieds hoffend. Hoffentlich spielen sie es heute nochmal. Hoffentlich kommt das Lied wieder. Ich will nochmal dieses Lied hören, ganz, ganz, ganz laut.

Und jetzt habe ich so viel Spannung aufgebaut, dass eigentlich nur eine etwas enttäuschende Offenbarung folgen kann. Aber ich lüfte das Geheimnis trotzdem. Das Lied, das ganz besondere Lied, mein musikalisches Erweckungserlebnis war:

„Self Esteem“ von The Offspring.

Und ich liebe das dazugehörige Album bis heute.

 

Beste Buch, meine Meinung!!!

Absoluter Geheimtipp für alle Interwebser, Content Creators, Hustler, Grinder — und solche, die es werden wollen: MINDSTATE MALIBU. Beste Buch seit Millennium, meine Meinung. So sieht es aus:

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Nein, ich bin nicht verrückt geworden. Es gibt dieses Buch tatsächlich und es ist, O-Ton, „ein affengeiles Powerhouse von einer Anthology“. Ich kann das nur unterschreiben. MINDSTATE MALIBU ist in Zusammenarbeit von Leuten mit dem Nürnberger Institut für Moderne Kunst entstanden und versammelt Tweets, Interviews, kurze Abhandlungen, Fotos, Zeichnungen zum — ja zu welchem Thema eigentlich?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Es geht ums Interdings, um das Internetzeitalter prägende und vom Internet geprägte neue Kommunikationsformen, um die absolute Übersteigerung von Netz- und post-neoliberalen Marketingmechanismen durch totale Affirmation…

Wer eine (etwas) informativere Rezension will, sollte mal hier bei der Zeit oder hier bei der Süddeutschen gucken. Ich für meinen Teil bin einfach nur komplett geflasht vom Inhalt.

Ein folgenschweres Versehen

Ich lebte drei Tage vegan
doch dann habe ich mich vertan
und statt Sojaschokolade
versehentlich Milka gegessen.

Schade.*

*Diese Geschichte basiert auf realen Ereignissen, wie sie sich täglich hundertfach in der Bundesrepublik ereignen. (Mal ehrlich, was sonst sollte ein Ereignis tun? Soll es etwa passieren? Stattfinden? Ich finde, sich zu ereignen ist die einzige dem Ereignis gerechte Art und Weise, stattzuhaben.) Die Namen der Lebensmittel wurden auf Wunsch aller Beteiligten verändert.

Traumfragment

Ich bin in Lüttelforst, auf dem ehemaligen Bauernhof meiner Großeltern. Meine Oma ist nach einem langen Kuraufenthalt wieder einmal für ein Wochenende zuhause und erinnert mich etwas vorwurfsvoll daran, dass wir ja auch ruhig einmal hätten skypen können, das sei ja so einfach heutzutage und anders könne man über so große Distanzen ja gar nicht in Kontakt bleiben. Die Nachbarin, Frau G., nutze Skype schließlich auch schon lange. Und so hätte sie, also meine Oma, einfach immer nebenbei den Computer laufen, dann sehe man ja sofort, wenn jemand online sei. Ich erwidere, dass ich sehr gerne häufiger skypen würde, aber immer davon ausgegangen sei, dass solcher PC-Kram meiner Oma lästig sei. Wir einigen uns darauf, bei Omas nächstem Kuraufenthalt alles anders zu machen.

Mit meinem Bruder mache ich mich anschließend auf den Fußweg zu REWE, wir wollen noch eine Kleinigkeit einkaufen. Dabei waten wir durch hüfthohes, aber glasklares Wasser, das vor Fischen und anderem Meeresgetier nur so strotzt. Unterarmlange Fische scharwenzeln um unsere Beine und uns kommt das alles überhaupt nicht komisch vor, ein fischgesättigtes Fließgewässer mitten in Lüttelforst.

Das Gesicht meines Bruders ist weiß geschminkt wie das eines Pantomimen. Das wundert mich dann schon. Aber er erklärt, er  sei gestern auf einer Party eingeladen gewesen, auf welcher ein WG-Casting nachgestellt worden sei — deshalb die Gesichtsbemalung, alles klar.

Ich erwähne, dass ich noch vor zehn Jahren locker zwölf Eis (gemeint war Speiseeis am Stiel, so wie Magnum) in einer Nacht essen konnte.

Old habits die hard

Eigentlich hatte ich kürzlich — um genau zu sein, vorgestern — den Entschluss gefasst, alle hier herumliegenden ToDo-Listen zu vernichten und vorerst keine neuen mehr zu schreiben. Ich nehme mir nämlich häufig so viel vor, dass alles zum Erliegen kommt. Dann mag ich vor lauter „Ich müsste“ nur noch schlafen oder im Zombiemodus Netflix schauen.

Gestern habe ich dann allerdings wieder eine (aber immerhin: nur eine!) Liste geschrieben, nämlich eine Leseliste für die nächsten anderthalb Wochen. Darauf stehen die folgenden Titel:

  • The Harm in Hate Speech von Jeremy Waldron,
  • Epistemic Injustice von Miranda Fricker und
  • Speech & Harm von Ishani Maitra und Mary Kate McGowan.

Und jetzt nehme ich mir einfach mal vor, hier jeweils eine Rezension der Bücher zu verfassen, um sozusagen die accountability zu erhöhen. Vielleicht streue ich auch das ein oder andere Gedicht ein. Lesen müssen muss das selbstverständlich niemand 😉