Das Tomatendebakel (Traum)

In diesem Frühjahr bin ich unter die Gemüsezüchter gegangen. Will heißen, ich ziehe seit einigen Wochen diverse Gemüsesamen zu stattlichen Pflanzen heran, um sie demnächst auf unserem Balkon auszuwildern, wo sie uns im Sommer hoffentlich eine reiche Ernte bescheren werden. Diese Ernte wird, wenn alles läuft wie geplant, unseren Gemüsekauf im Supermarkt in den kommenden Jahren obsolet machen, weil wir unseren Vitamin- und Ballaststoffbedarf vollständig aus selbst Eingewecktem zu decken in der Lage sein werden.

So also der Plan. Seit mehreren Wochen halte ich meine Familie und meinen Freundeskreis über den Wachstumsfortschritt meiner Pflanzen auf dem Laufenden. Ich versende täglich Fotos über WhatsApp: Die Tomaten und ich, die erste männliche Blüte der Zucchini, die sich langsam entwickelnde Paprika, die flaumigen Blätter der Aubergine, die Gurkenpflanzen im Abendlicht…

Weil ich in meiner gärtnerischen Begeisterung deutlich mehr Pflanzen gezogen habe, als jemals auf unserem Balkon Platz finden könnten, habe ich einige bereits verschenkt, andere sind Freunden versprochen.

Und jetzt zum Punkt: Letzte Nacht hatte ich einen Albtraum. Ich nenne ihn den Traum vom Tomatendebakel. Der ging so: Ich stelle zu meinem Entsetzen fest, dass mein Vater all meine Tomatenpflanzen — mit einer Ausnahme von drei mickrigen Grünlingen — an Personen verschenkt hat, die ich nicht kenne. Das macht mich so wütend, dass ich fast heule. Denn nun kann ich den Menschen, denen ich doch eigentlich eine Pflanze versprochen hatte, keine Pflanze schenken. Und ich habe auch viel zu wenige Tomaten, um meinen Selbstversorgungsplan für die nächsten Jahre in die Tat umzusetzen. Katastrophe.

(Ich will gar nicht wissen, welche tiefenpsychologischen Abgründe sich in diesem Traum offenbaren. Drop it, Freud!)

Autor: alienaid

Mein Wahlspruch: Verklären statt Erklären!

2 Kommentare zu „Das Tomatendebakel (Traum)“

  1. Hallo Alienaid
    Schön, dass Du trotz der Hege der Pflanzen wieder einmal Zeit findest, etwas zu schreiben!
    Was Deinen Traum anbelangt, kann ich das nur allzu gut nachempfinden. 😀
    Liebe Grüsse

    1. Schwer zu sagen, woran diese längeren Schreibpausen liegen — es ist sicher nicht *allein* die Schuld der Tomaten, obwohl die Haltung von Gemüse einem doch einiges abverlangt 😉 Jedenfalls freue mich auch immer, wenn ich hier mal wieder etwas schreibe. Liebe Grüße zurück 🙂

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