Al(p/b)traumkühe

Ich war neulich eine Woche lang im Oberallgäu unterwegs, auf verschiedenen Hörnern und Köpfen und in Tobeln, wobei Letzeres ein von mir neu erworbener Fachbegriff für „Schlucht“ ist.

Zu meinem Entsetzen wurde ich im Zuge einer Weidenüberquerung von einer zunächst eigentlich ganz freundlich dreinschauenden Kuh verfolgt. Ich habe mit aller Macht versucht, meine Ruhe zu bewahren und mich besonnen, aber bestimmt, zum Weidegatter vorzukämpfen. Die Kuh schloss aufgrund ihrer abhangsgeschulten Hufbewehrung allerdings schneller zu mir auf, als mir lieb war und begann alsbald, meinen entblößten Ellbogen zu lecken. In mir kam Panik auf. Mein Herz klopfte wahrnehmbar in einem dumpfen Basston. Glücklicherweise erschienen plötzlich zwei weitere funktionsbekleidete Wandersleute am Gatter, so dass die Aufmerksamkeit der Kuh kurz von meinem Ellbogen ab- und auf die Neuerscheinungen hingelenkt wurde. Ich nutzte diesen kurzen Moment der geistigen Abwesenheit der Kuh, um meinen Ellbogen von Speichel zu befreien und mich mit drei gewagten Sprüngen, die aufgrund des hohen Gewichts meiner Wanderstiefel recht ungelenk ausfielen, zum rettenden Gatter vorzuarbeiten. Dort brach ich erschöpft zusammen.

Hiermit möchte ich eindringlich vor Alpkühen, die sich — wie in meinem Fall — gelegentlich als Albkühe entpuppen, warnen. Bitte macht nicht den Fehler, diese hufbewehrten Pflanzenfresser zu unterschätzen. Sie lecken mit ihren widerborstigen Zungen an menschlichen Ellbogen herum — und Schlimmeres! Ich kann von Glück sagen, dass ich nicht gefressen wurde.

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Autor: alienaid

Mein Wahlspruch: Verklären statt Erklären!

3 Kommentare zu „Al(p/b)traumkühe“

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