Denn sie wissen nicht, was sie tun

Wissen wir denn, was wir tun? Wissen wir das jemals? Ist es nicht vielmehr so: Wir sind irgendwie, wir handeln, wir färben uns die Haare und hängen mit Freunden rum und brechen die Schule ab, gehen zum Arzt, fangen an zu Rauchen, hören wieder auf, gehen ins Kino. Vielleicht heiraten wir. Von manchen unserer Handlungen, unserer Daseinsphasen künden Zeugnisse: Wir schreiben etwas nieder oder malen oder werden fotografiert. Und Jahre später betrachten wir unsere literarischen und sonstigen Ergüsse, die Beweise unserer mehrjährigen Existenz, wie jene eines Fremden, wir erkennen uns nicht wieder. Manchmal beeindruckt uns das, was uns da entgegentritt, manchmal—öfter—ist es schlicht peinlich. Aber das Rätsel ist doch: Wie können wir uns selbst so schnell so fremd werden?

 

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Autor: alienaid

Mein Wahlspruch: Verklären statt Erklären!

4 Kommentare zu „Denn sie wissen nicht, was sie tun“

  1. In meiner derzeitigen (spekulativ-ontologischen etc.) Interpretation ist das Subjekt eine sekundäre Konstruktion aus singulären (nichtidentischen) Momenten (Objekten, Kompositionen, etc.). Diese singulären Existenzen werden (sein ist primär, werden ist sekundär) als bestimmte Ähnlichkeit(en) verbunden/klingen an, z.B. als Erinnerung. Sie sind nicht eins, sondern ein nie identisches (z.B. Fraktal), momentane Projektionen mit sekundärer Subjekt-re-Konstruktion/-Fixierung. Als sekundäre Einheits-Geschichte, die sich immer wieder neu anknüpft und neu re-konstruiert/neu interpretiert – fraktal mit mehr oder weniger großen Veränderungen und Perspektiven, welche Aspekte beleuchtet werden etc.

      1. Letztlich oder erstlich – kommt auch darauf an ob man einen Aufbau logisch oder zeitlich oder anderweitig ordnet.
        Es hat meiner Vermutung nach etwas mit dem Bewusstsein zu tun. In der oben skizzierten singulären Sichtweise/Interpretation wäre es ein Muster aus basal (erstlich/letzlich oder anderweitig) singulären Bewusstseins-Momenten, die sich selbt sekundär aus Ähnlichkeiten und Assoziationen konstruieren.

  2. Konstruieren hier als: Zu gebrochenen, (z.B. fraktalen) anklingenden und nie identischen Serien projizieren/zusammenfassen. Eine Serie, die sich ’selbst‘ mehr oder weniger ähnlich interpretiert, in verschiedenen Momenten mal mehr oder weniger und nie einheitlich abgeschlossen (sondern z.B. mal ein Fremdheitsaspekt oder bestimmte Aspekte überwiegen im Klang und mal andere Aspekte).

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