Updike, Yates, Wallace, Munro, Saunders, Davies, BERLIN! (Und Sandig.)

Das da oben ist eine Liste einiger meiner Lieblingsautoren und -autorinnen in der Reihenfolge ihrer Entdeckung durch mich. Als ich ein kleiner Junge war (nein, falsch, das ist der Titel einer Autobiografie von Erich Kästner)–also: als ich ein etwa sechzehnjähriges Mädchen mit komischen Haaren war, las ich „Gott und die Wilmots“ von Updike, dann stolperte ich irgendwann über „Elf Arten der Einsamkeit“ von Yates und meine Leidenschaft für die US-amerikanische Gegenwartsliteratur war geweckt. Beide Bücher las ich übrigens im Bett, auf dem Bauch liegend und mit den Füßen wackelnd, weil ich grundsätzlich im Liegen lese. Alle Versuche, mich an das Lesen in einem Lehnstuhl oder Ohrensessel heranzuführen, sind gescheitert. Und es gibt nichts Freudloseres als das Lesen am Schreibtisch. Heute besitze ich neben einem Bett ein weiteres Möbelstück, welches sich zum liegenden Lesen eignet, ein Sofa nämlich.

Die Liste oben ist nicht vollständig; es fehlen Carson McCullers, Harper Lee, Paul Auster und einige mehr. Außerdem gehört Sandig eigentlich nicht dazu, weil sie schließlich keine US-Amerikanerin ist. Was die oben Genannten eint, ist, dass sie wunderbare Short Stories schreiben oder geschrieben haben.

Dass ich Short Stories für große Kunst halte und mich damit in guter Gesellschaft befinde, habe ich bereits an anderer Stelle angemerkt. Dieser Blogpost wäre also komplett überflüssig, wenn da nicht BERLIN wäre, Lucia Berlin, (m)eine Neuentdeckung! Geboren in Alaska, aufgewachsen in Bergbaustädten und Minendörfern (nennt man das so?), schwierige Familienverhältnisse und ein turbulentes Leben voller Stoff für die allerbesten Kurzgeschichten. Dreißig davon sind kürzlich in einer Übersetzung von Antje Strubel im Arche Verlag erschienen.

Die Sammlung heißt „Was ich sonst noch verpasst habe“–was ich um einiges öder als den Originaltitel, „A Manual for Cleaning Women“, finde. Aber was schert mich der Titel bei dem Inhalt: Berlins autobiografisch anmutende Geschichten haben alles, was eine gute Short Story braucht; sie erzählen von kleinen, nicht alltäglichen, aber durch und durch wirklichen, absurden, tragischen, komischen Begebenheiten; entwerfen im Vorbeigehen treffende Charakterskizzen in schnörkelloser–was für ein Klischee, ich bin definitiv keine Literaturkritikerin–Sprache. Und über allem liegt die leise Melancholie, die ich auch an Yates oder Updike so schätze.

Klare, eindeutige, emphatische Kaufempfehlung!!! (Ich werde nicht von amazon bezahlt.)

 

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Autor: alienaid

Mein Wahlspruch: Verklären statt Erklären!

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