Spieltrieb

Menschen haben sonderbare Steckenpferde, kultivieren Spezialinteressen, fuchsen sich in die abseitigsten Themen ein, einfach so, aus Spaß an der Freude. Neulich war in der Wochenendausgabe der Süddeutschen ein Artikel über einen Amateurfunker, der seit Jahrzehnten von seiner Schrebergartenhütte aus in alle Welt morst–und darüber hinaus, denn seine Morsesignale haben sogar schon die ISS erreicht.

Menschen entwickeln Sammelleidenschaften für seltsame und auf den ersten Blick wenig ansprechende Dinge: Teebeutel, Kronkorken, Bierdeckel.

Menschen tun Dinge aus auf den ersten Blick wenig nachvollziehbaren Gründen, und manchmal setzen sie ihr Leben für eine fixe Idee aufs Spiel. Sie besteigen zum Beispiel den Mount Everest, „weil er da ist.“ Oder umsegeln, -fahren oder -fliegen die Welt. Sie durchschwimmen den Ärmelkanal.

Manche Menschen mögen Rätsel, martern ihr Hirn mit Knobeleien, vertreiben sich die Zeit mit Sudoku-Aufgaben und brüten über Paradoxien.

Menschen haben die beeindruckende Fähigkeit, Schönheit in den verschiedensten, manchmal gegensätzlichen Dingen zu finden. Sie mögen Symmetrie und Asymmetrie, bewundern den Helden und den Gauner, sehnen sich nach Ordnung, aber sind fasziniert vom Chaos. Sie bewundern ein Kunstwerk, das die Zeit überdauert, aber sind auch in der Lage, die Schönheit im Vergänglichen zu erkennen.

Japp.

 

 

Autor: alienaid

Mein Wahlspruch: Verklären statt Erklären!

3 Kommentare zu „Spieltrieb“

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