„As I Lay Dying“ von William Faulkner

As I Lay Dying ist nicht das einzige Buch, das ich im Januar 2015 gelesen habe, aber bislang das beste (zugegebenermaßen ist das noch kein Qualitätsgarant, denn das Neue Jahr ist ja gerade einmal 21 Tage jung).

Obwohl mich der morbide Titel und eine Kurzfassung des Inhalts* angesprochen haben, war ich unsicher, ob mir die Lektüre Spaß bereiten würde — die Erzählstruktur ist eigenwillig. Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Personen erzählt, an vielen Stellen unterbricht ein Bewusstseinsstrom die eher spärlich gesäten Dialoge und „traditionelleren“ Passagen, die ebenfalls aus wechselnder Ich-Perspektive erzählt werden.

Aber: Entwarnung. Die Erzählung ist hervorragend.

Den Rahmen der Erzählung bildet die Mission der Bundren-Familie, den Leichnam der jüngst verstorbenen Mutter Addie Bundren nach Jefferson zu überführen. Nebenbei erfährt man eine ganze Menge über die verbleibenden Familienmitglieder. Etwa über Dewey Dell, die siebzehnjährige Tochter Addies, die verzweifelt versucht, eine Abtreibung vornehmen zu lassen und für ihre unbeholfenen Erkundigungen nach entsprechenden Möglichkeiten entweder Spott oder Verachtung erntet. Über Dewey Dells Halbbruder Jewel, den schweigsamen Eigenbrötler mit einem Händchen für schwierige Pferde; die Brüder Cash, Darl und Vardaman Bundren; oder den Ehemann der Verstorbenen, Anse Bundren, der seiner Familie unmittelbar nach Addies Beisetzung eine neue Frau — die zukünftige Mrs Bundren — präsentiert.

As I Lay Dying illustriert, dass Ehe, Mutterschaft, Familie im frühen 20. Jahrhundert vor allem eines waren: Etwas, das man sich nicht aussuchen kann.

 

 

*Arme Südstaatenfamilie möchte den Wunsch der soeben verstorbenen Mutter nach einem Begräbnis in ihrer Heimatstadt Jefferson erfüllen und macht sich mit einem Maultiertreck auf den beschwerlichen Weg.

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Autor: alienaid

Mein Wahlspruch: Verklären statt Erklären!

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